Der Vorstand des FpWs begrüsst den Bericht zum bezahlbaren Wohnraum.
Es ist ein guter Ansatz mit Investoren von Wohnbau-Genossenschaften gemeinnützige Wohnungen zu verwirklichen. Lenkungsinstrumente, wie zB Mindestanteil an preisgünstigen Wohnungen, nicht nur auf Gemeinde eigenen Grundstücken einzusetzen, ist im Sinne des Forum Pro Wallisellen. Die Gemeinde besitzt 117 Wohnungen. Beim Verkauf von Gemeinde-Liegenschaften besteht die Gefahr, dass gemeinnützige Wohnungen zugunsten der Deckung des Finanzbedarfs geopfert werden. Der jetzige Bestand muss in jedem Fall bewahrt oder mit Genossenschafts-Wohnungen kompensiert werden.
Abstimmungsempfehlung – Zustimmung zur Einheitsgemeinde
Am 7. März 2021 endet ein langer Prozess, der Wallisellen zur Einheitsgemeinde geführt hat. Bereits in den 70er- und 90er Jahren gab es konkrete Vorstösse in diese Richtung, die jedoch allesamt scheiterten. Dass es nun geklappt hat, liegt daran, dass sich diesmal beide Ortsgemeinden auf Augenhöhe an einem Tisch gegenüber sassen und Lösungen fanden, die beide Seiten zufrieden stellen.
Was ändert sich?
Vor allem die Institutionellen Änderungen fallen ins Gewicht. Der Gemeinderat besteht künftig aus 6 plus 1 Mitgliedern, also 6 die auf der Gemeinderatsliste gewählt werden plus das Schulpräsidium, welches zusammen mit der neu fünfköpfigen (statt 7) Schulpflege gewählt wird. Anders als in anderen Gemeinden behält die Schulpflege operative finanzielle Kompetenzen. Nachdem in einer Variantenabstimmung die Einführung eines Gemeindeparlamentes keine Mehrheit fand, hat man sich dazu durchringen können, die Kontrollkompetenzen der RPK auszuweiten. Künftig wird eine RGPK von 7 (statt 5) Mitgliedern, möglicherweise ausgestattet mit einem Sekretariat, Behörden und Verwaltung kontrollieren und unterstützen. Schade ist nur, dass im vorliegenden Entwurf noch keine Lösung dafür gefunden wurde, inwieweit die Interessen der Wählerschaft bei Firmen wahrgenommen werden können, die sich im Besitz der Gemeinde befinden.
Dennoch ist die neue Gemeindeordnung ein grosser Fortschritt, den das Forum pro Wallisellen zur Zustimmung empfiehlt.
An der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember 2020 wurde Historisches beschlossen. Das vom Gemeinderat vorgeschlagene Prozesskonzept zur Umsetzung der Pariser Klimaziele wurde überdeutlich angenommen. Dank der erstmals nennenswert anwesenden Vertreter der Klimajugend wurden auch die Anträge von RPK, SVP und FDP, die sich gegen Verkehrssicherheit, Aufwertung des Hörnligrabens und Massnahmen gegen Lichtverschmutzung gerichtet hatten, abgeschmettert.
Am 16. Juni nutzen 36 Personen das Angebot und nahmen an einem Sommerabend Spaziergang Teil, bei dem Gemeinderat Philipp Maurer die Geschichte der Herzogenmühle schilderte.
Südlich der Bahnlinie nahe Schwamendingen befindet sich ein Ortsteil, den viele Walliseller kaum kennen. Seit Ida Zuppinger 1949 das Areal vermachte, gehört das stolze Anwesen mit allen darauf stehenden Gebäuden der Politischen Gemeinde Wallisellen. Doch wie hat das ganze angefangen und was wurde dort eigentlich hergestellt? Als in Grossbritannien im achzehnten Jahrhundert mit Hilfe der Dampfmaschine die industrielle Textilproduktion begann, kamen viele auf dem Kontinent, die noch von Hand produzierten in grosse Schwierigkeiten, weil sie preislich nicht mithalten konnten. Während der napoleonischen Kriege, als eine Handelssperre herrschte, ergab sich für die europäischen Produzenten eine Gelegenheit, in diese Lücke zu stossen. Im Zürcher Oberland und eben auch auf dem Areal der Herzogenmühle begann man mit Hilfe der Wasserkraft Fäden zu spinnen und Stoffe zu weben.
Spinnen und Drucken
Verschiedene Eigentümer und Pächter waren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Herzogenmühle beschäftigt, mit Spinnen oder dem Bedrucken von Stoffen. Das Gebäude, in welchem die Stoffe getrocknet wurden, kann immer noch besichtigt werden. Schliesslich erwarb die Familie Zuppinger das gesamte Areal und betrieb einerseits die Spinnerei und andererseits einen landwirtschaftlichen Modellbetrieb.
Zukunft
50 Jahre lang durfte auf dem Gelände gemäss testamentarischer Verfügung nichts verändert werden. Seit 1999 sind die Möglichkeiten (nur) noch durch den Denkmalschutz begrenzt. Im Moment, während das Gemeindehaus umgebaut wird, sind mehrere Abteilungen der Gemeindeverwaltung in Gebäuden auf dem Herzogenmühle Areal vorübergehend untergebracht. Kantonale Projekte wie die Veloschnellroute und der Brüttener Tunnel werden das Areal teilweise betreffen. Ansonsten gibt es im politischen Wallisellen noch keine konkrete Vision für das Areal, die über den Status Quo hinaus geht.