Antennenwald: Das Echo ruft zurück
Antwort auf den Leserbrief von Herrn René Baumgartner im “AvW“ Nr.
50 zur Umfrage des Forum pro Wallisellen: “Keine Mobilfunk-Antennen
auf öffentlichen Gebäuden?“
Sehr geehrter Herr Baumgartner Über
Ihr kritisches Echo habe ich mich gefreut, da Sie unsere Sorge über
den wachsenden Elektrosmog teilen und durch Ihre wesentlichen Fragen
mithelfen, dass dieses Problem öffentlich diskutiert wird.
Vorab
dies:
Die Umfrage des Forums zeigt die aktuelle Haltung der Walliseller
Behörden zur Frage: Gehören Mobilfunkantennen auf öffentliche
Gebäude? Es geht uns nicht darum, rückblickend Entscheidungen
zu kritisieren, die in früherer Zeit und damit in einem anderen
Umfeld, getroffen worden sind. Uns allen ist aber bewusst, dass in den
letzten Jahren die Mobilfunktechnologie rasante Fortschritte gemacht
hat. Leider heisst das auch: mehr Antennenleistung und im Gleichschritt
dazu ein noch höheres Risiko für unsere Gesundheit. Umdenken
ist also erlaubt!
Ihre ernsthafte Frage nach dem effektiven Nutzen einer
gemeinsamen Sperre auf öffentlichen Gebäuden ist auch für
uns zentral. Es ist uns bewusst, dass damit der Elektrosmog nicht wesentlich
eingedämmt wird, sondern sich vorerst auf private Standorte verlagert.
Eine Nullrunde also? Für den Moment vielleicht. Denken wir gemeinsam
weiter. Eine konsequente Haltung der Behörden kann den Elektrosmog
nicht wegzaubern, aber sie setzt ein klares Zeichen. Es sind solche Impulse,
die notwendig sind, um ein anderes Bewusstsein wachsen zu lassen.
Wachsende
Verlockung
Der Wettbewerb unter den Telecomanbietern verlockt zu immer
neuen Varianten des Fun-Gefühls. Hat das einfache Handy noch wichtige
Aufgaben der Information erfüllt (Notsituationen, direkte Erreichbarkeit),
so wird das Versenden von Fötelis, TV überall und alles zukünftig
Denkbare zum Spass, Zeitvertreib, Luxus. Nichts gegen den Spass – aber
alles hat auch seinen Preis, fordert dichtere Sendernetze, erhöhte
Strahlung. Wann kippt das ins Schädliche? Haben wir etwa schon wieder
eine Schwelle überschritten? Wann erscheint die nächste Studie
darüber? Und wer sagt endlich: Stopp?
Wer sagt: Stopp ?
Wenn den
Telecomanbietern kein Widerstand erwächst, wird alles Machbare schrankenlos
weiterboomen. Wir sind der Meinung, jeder muss in seinem Umfeld achtsam
sein für ein Gleichgewicht der Ansprüche: Hier die optimale
Kommunikation – dort unsere Gesundheit. Von den Konzernen können
wir diese Achtsamkeit nicht erwarten. Dort gilt Gewinnmaximierung.
Es
braucht Zeit
Wie beim Rauchervergnügen wird der Preis (dort das
Passivrauchen) irgendeinmal zu hoch. Dann erkennt auch eine Mehrheit:
So geht das nicht weiter. Und es entsteht eine Dynamik und sie erreicht
Ziele, die niemand je zu träumen gewagt hätte !(Stichwort:
rauchfrei in öffentlichen Gebäuden, Flugzeugen, SBB. Restaurants)
und Impulse
Ähnliches könnte auch geschehen mit dem Elektrosmog.
Jemand müsste die Initiative übernehmen. Die Wirtschaft wird
sich da wohl nicht vordrängen. Einzig die Spitäler haben erkannt:
Mobilfunkantennen auf dem Dach bringen keine Patienten ins Haus! - Warum
könnte das nicht Aufgabe werden für Schule, Gemeinde, Kirche,
im Sinne einer Vorbildfunktion?
Jüngster Lichtblick
An ihrer Sitzung
vom 13. Dezember hat sich nun auch die Schulpflege Wallisellen entschlossen,
ihren Verteag mit der Swisscom baldmöglichst (2007) zu kündigen.
Offenbar gab es für sie überzeugende Gründe, zu diesem
Meinungswechsel. Eine Neuorientierung gegenüber einmal gefassten
Entscheiden ist nicht nur erlaubt, sie zeugt auch von einem der jetzigen
Zeit entsprechenden Umgang mit der Verantwortung.
Peter Forrer
Forum
pro Wallisellen
|